Forschungsthema
Alter
"Man
braucht sehr lange, um jung zu werden." (Pablo Picasso)
Mit 66 fängt
das Leben an
Das Leben
im Alter unterscheidet sich heute grundlegend im Vergleich zu früheren
Zeiten. Die Lebenserwartung steigt. Die Zahl der Jahre, die ältere
Menschen autonom und aktiv gestalten können, wird grösser.
Alte Menschen sind mit ihrem Leben mehrheitlich zufrieden, reisen, belegen
Kurse und überlassen auch die Sexualität nicht den Jungen.
Mit dieser Charakterisierung des Generationenwandels wirft der Altersforscher
François Höpflinger im SOZIALALMANACH 2004 überkommene
Bilder über Bord. Der Artikel ist nur einer aus einer Reihe interessanter
Beiträge. Sie zeigen auf, wie unsere Gesellschaft mit der Tatsache
umgeht, dass sie immer älter wird. Unter dem Titel "Die
demografische Herausforderung" nehmen zehn Autorinnen und Autoren
wichtige Fragen für den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft
auf: Sind die Sozialwerke gefährdet? Hält der Generationenvertrag?
Soll unsere Gesellschaft durch Immigration verjüngt werden?
Vieles deutet
darauf hin, dass wir in der Schweiz auf dem Weg in die blockierte Gesellschaft
sind, in der es einem (kleiner werdenden) Teil gut geht und dem Rest
immer schlechter. Dies konstatiert Carlo Knöpfel in seinem
jährlichen "Bericht über die wirtschaftliche und soziale
Entwicklung der Schweiz", dem inzwischen viel beachteten ersten
Teil des Sozialalmanachs. Wichtige politische Entscheide stehen an,
unterstreicht der Leiter des Bereichs Grundlagen bei Caritas Schweiz.
Dabei gilt: Eine funktionierende Sozialpartnerschaft, ein von vielen
getragener Generationenvertrag, ein engmaschiges soziales Netz für
Menschen in Not und einigermassen gerechte Einkommensverhältnisse
sind unabdingbar für eine gute Gesellschaft Schweiz. (Caritas:
"Menschen" 1/03)
Quelle: Sozialalmanach
2004: Die demografische Herausforderung. 240 Seiten, 34 Franken,
mit 38 Grafiken und Tabellen. Bezug: Caritas Schweiz, Bereich Kommunikation,
Löwenstrasse 3, Postfach, 6002 Luzern,
info@caritas.ch, bei www.caritas.ch
unter "Shop".
Ältere
werden jünger und arbeiten länger
François
Höpflinger
In den nächsten
Jahrzehnten wird sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen
und Rentnern verschieben. Gleichzeitig wird der Anteil der über
45-jährigen Arbeitskräfte zunehmen. Anstelle von Frühpensionierungen
wird daher immer häufiger die Erhöhung des Rentenalters zur
Diskussion gestellt. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob
ältere Menschen länger arbeiten können und sollen.
Gerontologische Untersuchungen weisen nach, dass ältere Frauen
und Männer nicht nur länger leben, sondern auch länger
gesund bleiben. Auch bezüglich Lebensgestaltung kann von einer
´Verjüngung des Altersª gesprochen werden. Die jetzigen
Rentnergenerationen sind wesentlich aktiver und innovativer als ihre
Vorgänger. Allein schon das Engagement im privaten und familialen
Rahmen ist beachtlich. So leisten Grosseltern in der Schweiz jährlich
100 Millionen Betreuungsstunden. Es ist auch durchaus denkbar, dass
ältere Fachleute neue Tätigkeitsfelder entwickeln, gleichsam
zu Jungunternehmern werden.
Zu beachten ist allerdings, dass die Menschen je nach beruflichen, familialen
und sozialen Erfahrungen im Alter nicht gleicher, sondern ungleicher
werden. Biologische, psychologische und soziale Prozesse laufen unterschiedlich
ab. Gerade deshalb werden starre Pensionierungsregelungen zusehends
fragwürdiger.
Eine Flexibilität des Rentenalters nach unten und oben macht Sinn,
erfordert aber sozialpolitische Begleitmassnahmen. -
Dies ist
eine Zusammenfassung des Referats, das François Höpflinger
an der Jahresversammlung des Verbandes Schweizerischer Arbeitsämter
am 21. August 2033 in Baden gehalten hat. Eine gekürzte Fassung
erschien in der Zeitschrift PANORAMA Nr. 6/2003. Die vollständige
Fassung ist abrufbar unter: www.panorama.ch/files/3247.pdf.
Männer
altern
Themennummer
der Zeitschrift "männer.be" (nationales Projekt des Vereins
"Männer unterwegs mit Männern"(Ausgabe vom 1.März
2004): Männer ab 30 bis gegen 70 schreiben über ihren Alterungsprozess.
Eine aufschlussreiche Lektüre. Ein Zitat aus dem Editorial: "Ich
behaupte: Heute ist kein Mann zu jung, um sich alt zu fühlen. Das
müssen Zeiten gewesen sein, als Männer noch reiften statt
alterten..." Das Heft enthält auch einen Beitrag des Altersforschers
François Höpflinger: "Die Männer trifft es härter"
(24 Thesen).
www.maenner.de
Ältere
Menschen im Unternehmen
In den jüngsten
Debatten um eine langjährige Sicherung unserer Rentensysteme geht
es vor allem um eine Erhöhung des Rentenalters. Aber was bedeutet
das, wenn ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt gar keine Beschäftigungschancen
besitzen? Wenn viele Unternehmen unbesehen auf die Karte Jugend setzen
und das besondere Potenzial älterer Mitarbeitender vernachlässigen?
- Namhafte Fachleute aus Forschung und Praxis haben im Buch "Ältere
Menschen im Unternehmen Chancen, Risiken, Modelle". Fakten
und Erkenntnisse zusammengetragen und leiten daraus Empfehlungen und
Ratschläge für die Unternehmenspraxis ab.
Herausgeber: Mario von Cranach, Hans-Dieter Schneider, Eberhard Ulich,
Ruedi Winkler
Haupt Verlag Bern, ISBN 3-258-06615-9
Fr. 58.--
Der Sozialbereich
braucht ältere Berufsleute
Ältere
Berufsleute vermögen den heutigen Entwicklungen nicht mehr zu folgen,
sind meist vergangenheitsorientiert und sehen der Zukunft mit Ängsten
entgegen. Davon ist der Sozialbereich nicht ausgeschlossen. Stimmt überhaupt
nicht, moniert Urs Rufli in seiner Diplomarbeit "Älter
werden im Beruf". Ganz im Gegenteil. Gerade im Sozialbereich üben
ältere, d.h. über 50-jährige Berufsleute eine überaus
wichtige Funktion aus. Auf sie, aus heutiger Sicht aus rein finanziellen
Gründen zu verzichten, wäre masslos unklug und sozialpolitisch
ein Fiasko.
Die
Diplomarbeit ist als pdf-Datei über die Homepage des Berufs-Dachverbandes
ISORBA, www.isorba-basel.ch
abrufbar.
URLs,
die im Zusammenhang mit Altern stehen
(vermittelt
durch Peter Kessler. Besten Dank!):
1) Veranstaltungskalender
der Gesellschaft für Gerontologie USA
http://www.geron.org/calendar.htm
2) Center
for Retirement Research at Boston College
http://www.bc.edu/centers/crr/
3) Bundesarbeitsgemeinschaft
der Senioren-Organisationen e.V. (Die BAGSO vertritt als Dachverband
mit derzeit 79 Mitgliedorganisationen die Interessen der älteren
Generationen.)
http://www.bagso.de/
Heisse
Quellen
(aus REIFE.CH Classic)
Hier finden Sie Hinweise auf andere interessante, spannende und "heisse"
Informationsquellen im Internet zum Thema älter Werden.
Forschung
www.dfza.uni-heidelberg.de
Informationen zur Entwicklungsforschung
www.halcyon.com/senior/
Eine wirklich spezielle Institution...
http://research.aarp.org/ageline/
Edtailed summaries of books, articles, and videos on hundreds of topics
rellated to life after 50 - in english
www.ilcusa.org
Homepage des "International Longevity Center - USA" /Medizinische
Langlebigkeitsforschung
www.zfg.unizh.ch/vorlesungen_winter_02-03.htm
Vorlesungen zum Thema "Sterbevorbereitung - ein Teil des selbstbestimmten
Lebens im Alter
Archiv
www.zfg.unizh.ch/wilkening_altersbilder
htm
Altersbilder - Sichtweisen, Leitbilder und Einstellungen. Bericht über
den 1. Zürcher Gerontologietag 1999
www.unicom.unizh.ch/magazin/archiv/1-99/
Unimagazin zum Thema "Langes Leben - Altern in der Schweiz"
(1999)