Konflikte
konstruktiv und auf reife Weise lösen
Fragen des guten zwischenmenschlichen Klimas,
der Vorbeugung von Machtmissbrauch, der guten Behandlung der Mitarbeitenden,
Familienangehörigen, Nachbarn bzw. die Folgen von Missständen
bzw. daraus resultierender Erkrankungen und Gewaltausbrüchen
machen heute leider recht häufig Schlagzeilen. Aus den Medien
vernimmt man immer wieder, dass Menschen bei Konflikten oder Streit
an ihre Grenzen kommen. Konflikte, psychosozialer Stress, Mobbing
verlangen nach Lösungen. Mediation und Teamentwicklung bilden
dazu einen wertvollen Ansatz.
von Léonie Kaiser
Als immens werden in der Fachwelt die volkswirtschaftlichen
Folgekosten eingeschätzt, wenn es mit dem zwischenmenschlichen
Klima im Argen steht. Die häufigen Abwehrreaktionen auf Konflikte
sind bekannt: Kampf, Flucht und Resignation. Dieses Gewinn-Verlust-Denken
zerstört nicht nur Beziehungen, sondern beeinträchtigt
auch das Wohlbefinden. Aber jeder Konflikt birgt in sich gleichzeitig
immer auch eine Chance zum Lernen, zur Weiterentwicklung und zum
reifer werden.

"Appreciative Inquiry" und "Reteaming"
Mit "Appreciative Inquiry" und "Reteaming"
werden Personen bei einer Mediation oder im Arbeitsumfeld häufig
im Rahmen einer Teamentwicklung befähigt, Konflikte gemeinsam
zu lösen. Es erfolgen dabei keine Schuldzuschreibungen, und
Rechtfertigungen haben nur am Rande Platz. Wichtig ist, dass sich
auf beiden Seiten positive Wünsche und eine positiv lautende
Zukunftsvorstellung entwickeln. Dadurch wird die sog. "Lösungstrance"
hergestellt bzw. die Energie freigesetzt, die es möglich macht,
dass die betroffenen Personen selber Lösungsmöglichkeiten
erkennen. Wenn man ständig bei der Frage stecken bleibt, wer
Schuld an der gegenwärtigen Misere trägt, glaubt man selbst
gar nicht mehr daran, dass es Lösungen gibt. Es fliesst fast
immer nur negative Energie, wenn man sich mit der Schuldfrage beschäftigt.
Dadurch wird der Graben zwischen den Betroffenen nur noch tiefer.
"Appreciative Inquiry" baut auf wertschätzendem
Erfragen und gewaltfreier Kommunikation auf. Es soll das sichtbar
machen, was bislang besonders gut gemacht wurde. Dadurch soll ermöglicht
werden, dies auch in Zukunft (wieder) zu tun. Bei "Reteaming"
werden die Probleme in korrespondierende, positiv lautende Ziele
verwandet. Der Verzicht auf eine Analyse der Ausgangssituation und
die Zukunftsorientierung schaffen ein Klima, wodurch das (Er-) Finden
von Lösungen begünstigt wird.

Mediation = Vermittlung, Ausgleich, Versöhnung
Eine Mediation will zukünftiges Zusammenleben
(Kommunizieren und Kooperieren) ermöglichen. Das versandete
Gespräch wird mit Hilfe der Mediation wieder aufgenommen. Die
verzerrten Bilder der streitenden Parteien werden korrigiert. In
der Mediation brechen verkrustete Haltungen auf. Konflikte, Strukturen
und Emotionen werden wieder sichtbar, erfahrbar und kommunizierbar.
Dadurch kommt der ins Stocken geratene oder gar eingefrorene Prozess
des Miteinanders wieder in Fluss. Im Blickpunkt dieser Klärungsanstrengungen
stehen fest gefahrene Verhaltensmuster, die im Laufe der Zeit einen
quälenden und lähmenden Charakter angenommen haben, was
die Weiterentwicklung behindert. In einer Mediation sollen verhärtete
Fronten abgebaut und für alle Beteiligten positive Zukunftsperspektiven
erarbeitet werden können. Die gleiche Ausrichtung kann im Arbeitsumfeld
auch mit einer Teamentwicklung verfolgt werden. Die Grenze zwischen
Mediation und Teamentwicklung ist fliessend. Die Erkenntnis, dass
ein Konflikt von den Betroffenen selbst positiv beigelegt werden
kann, ist eines der wichtigsten Resultate und führt in der
Regel dazu, dass die involvierten Personen Konflikte, d.h. Probleme,
die sich im Zusammensein mit anderen Menschen eigentlich immer in
irgendeiner Form ergeben, auf reifere Weise anzugehen. Die allseitige
Gewinn-Konfliktbewältigung fördert neben dem konkreten
Nutzen auch noch weitere eher grundsätzliche positive Aspekte
wie persönliche Sicherheit und Wertschätzung, was ausgesprochen
vertrauensbildend wirkt. Gegenseitiges Vertrauen bildet die beste
Voraussetzung für tragfähige Beziehungen unter Menschen
und Vertrauen im Umgang unter einander bildet die Grundlage für
reife zwischenmenschliche Beziehungen. Im Arbeitsumfeld bestehen
denn auch in der Regel in einer vertrauensvollen Umgebung eine hohe
Mitarbeiterzufriedenheit und eine geringe Zahl von Krankheitsabsenz.
Sehr oft kann durch eine Mediation bzw. eine Teamentwicklung eine
Lösung zur Zufriedenheit aller gefunden werden, die von Dauer
ist. Auch bei einem Generationenkonflikt können mit diesen
Ansätzen Verhärtungen aufgeweicht und bewirkt werden,
dass gegenseitig bereichernde Begegnungen zwischen jung und alt
sowie wohlwollendes Verständnis für einander wieder möglich
werden.
Emotionale Verletzungen können bei einem
reifen Umgang mit Konflikten geheilt werden und niemand muss mehr
befürchten, das Gesicht zu verlieren. Investitionen im Hinblick
auf einen konstruktiven und reifen Umgang mit Konflikten lohnen
sich deshalb unter allen Titeln immer!
Der vollständige Text mit dem Titel "Lösungsorientierte
Ansätze in Teamentwicklung und Mediation bei Konflikten im Arbeitsumfeld"
wird gegen eine Umtriebsentschädigung von Fr. 12. auf Wunsch
gerne postalisch zugestellt und kann bestellt werden bei Léonie
Kaiser, Sozialabteilung Richterswil, Chüngengass 6, 8805 Richterswil,
Tel. 044 787 12 73 bzw. E-Mail: leonie.kaiser@richterswil.ch