Generation
50plus fühlt sich von Wirtschaft und Politik nicht genügend geschätzt
Studie des GfK-Nürnberg
e.V. zur gefühlten Wertschätzung der Kunden, Arbeitnehmer und Wähler 50plus
Nürnberg, 20. Juni 2008
- Erstmalig hat der GfK-Nürnberg e.V. in Zusammenarbeit mit der A.GE Agentur für
GenerationenMarketing die Frage untersucht, wie
groß die gefühlte Wertschätzung der Generation 50plus ist. Den
Ergebnissen zufolge besteht seitens der Wirtschaft und Politik großer
Handlungsbedarf, um die Menschen jenseits der 50 mit ihren
Bedürfnissen und Wünschen besser zu erreichen.
Seit einiger Zeit
befassen sich Wirtschaft und Politik zunehmend mit dem demographischen
Wandel sowie der Alterung unserer Gesellschaft - die Politik, weil die Gruppe
der Älteren die wichtigste Wählergruppe geworden ist, die Wirtschaft, weil
die Konsumausgaben der Über-5O-Jährigen mittlerweile die Hälfte aller Konsumausgaben ausmachen. Beide
Gruppen versuchen mit
unterschiedlichen Maßnahmen, reife Menschen stärker in den Fokus zu stellen. Doch der Weg zum Erfolg ist
offenbar noch weit. Die Betroffenen haben einen überwiegend
negativen Eindruck von der Wertschätzung, die ihnen seitens der Politik, aber auch seitens der
Wirtschaft entgegen gebracht wird.
Auch der jüngere Teil der Bevölkerung sieht das nicht gravierend anders.
Lediglich 23 Prozent der
Befragten registrieren eine eher hohe Wertschätzung der älteren Generation
durch die Politik. In der Wirtschaft sieht es noch düsterer
aus: Nicht einmal ein Fünftel hat das Gefühl, dass Mitarbeitern jenseits der 50 von Unternehmensseite
Anerkennung gezollt wird.
Kunden sind nicht wirklich zufrieden
Kunden über 50 Jahren fühlen
sich von der Wirtschaft etwas besser verstanden. Immerhin 42 Prozent der Befragten registrieren
eine eher hohe Wertschätzung,
die Kunden in der zweiten Lebenshälfte von Seiten der Wirtschaft erfahren. Hier zeigen die
Marketingaktivitäten der letzten Jahre offensichtlich Wirkung. Dennoch sind 55 Prozent
der Meinung, auf die Bedürfnisse und Wünsche der
reiferen Generation würde zu wenig eingegangen.
Auch die
Werbung ist noch nicht am Ziel ihrer Bemühungen. Man merke der Werbung an, dass
sie von Jüngeren gemacht würde, die keine Ahnung haben, worum es reiferen Menschen tatsächlich
geht. So die Meinung von 61 Prozent der befragten Über-50-Jährigen. Insgesamt
86 Prozent sind der Ansicht, dass die Werbung genauer und sachlicher auf Nutzen
und Funktion der Produkte eingehen sollte, als sie dies tut. Vor sechs Jahren waren
erst 74 Prozent dieser Meinung. Die Vereinfachungsstrategien der Produktentwickler erreichen offenbar ihr Ziel
nicht.

In der Werbung kommen
reife Menschen gut an
Es sind
aber auch Erfolge zu verzeichnen: 57 Prozent der Befragten über 50 Jahren haben
den Eindruck, dass das Angebot an Produkten für Menschen ihres Alters in den
letzten Jahren umfangreicher geworden ist. Und sogar neun von zehn finden es
gut, wenn vermehrt auch ältere Menschen in der Werbung gezeigt werden. Selbst
in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen stimmen mehr als zwei Drittel
dieser Aussage zu. Ältere in der Werbung kommen also bei allen Generationen gut
an. Soll die Werbung wirken, ist es jedoch besonders wichtig, die älteren
Protagonisten positiv und authentisch darzustellen. Sie sollen selbstbewusst,
lebenslustig und fröhlich, dabei aber natürlich und nicht übertrieben wirken.
Als Fazit lässt sich
feststellen: Kunden im Alter 50plus fühlen sich noch am ehesten in ihren Bedürfnissen
verstanden und ernst genommen. Der Bürger als Mitarbeiter und Wähler hingegen
stellt Wirtschaft und Politik im Umgang mit der Bevölkerung über 50 Jahren kein
gutes Zeugnis aus. Erste Schritte in die richtige Richtung sind zwar gemacht,
es bleibt aber ganz offensichtlich noch jede Menge zu tun - sowohl produkt- als auch kommunikations-,
vor allem aber arbeitsmarktpolitisch.
(GfK-Pressemitteilung
Sommer 2008)