Generation45plus
- Wissen, was zählt
Von
Roman Valent
Ein Newsletter zur österreichischen
Aktion Fundament - Generation 45plus

Nachdem unser Thema, unser Anliegen
ein sehr langfristiges ist, ein Umdenken langsam in den Köpfen
stattfinden muss und die wirklichen Taten oft erst viel später
kommen, habe ich lange
mit dem nächsten Newsletter gewartet. Um ja etwas Spannendes, Neues
berichten zu können. Ergebnisse, die sich sehen, lesen lassen können.
Jetzt werde ich nicht mehr zuwarten, ich möchte diesmal eine Art
Stimmungsbericht wiedergeben bzw. wichtige Gedanken zusammenfassen,
auf Grund von Erlebnissen, die ich in diesen Monaten gemacht habe.
Informationen zu den verschiedenen
Themen sehen sie ja in der Homepage. Unsere Mitglieder bekommen auch
laufend aktuelle Informationen, Tipps zu allen Themen, welche wir in
Projektarbeiten behandeln.
....ich wollte auch schnell
Erfolge haben, in die Schlagzeilen kommen. Auch hat es gleich positives
Feedback gegeben, von allen Seiten (Homepage Startseite "allgemeines
Feedback). Unsere Mitgliederzahl ist gewachsen weil immer mehr
Arbeitssuchende und wir haben eine Jobsite auf unserer Homepage
erstellt. Ich denke, es ist die erste Homepage der Generation 45plus.
Doch wird mir langsam klar,
was das heißt, in unserem Fall einen langen Atem haben zu müssen.
Es wird nicht wichtig sein, in die Schlagzeilen zu kommen, sondern wirklich,
kontinuierlich an unseren Anliegen zu arbeiten. Und wenn noch so viele
Rückschläge, Enttäuschungen kommen. Wenn es für
die Firmen dann wirklich um Taten geht, nämlich wieder an die G45
zu denken und sie zurückzuholen, dann sind sie, momentan zumindest...
wieder weg. So nah wollen sie uns auch wieder nicht kommen!
Da bin ich doch wieder ein wenig
ungerecht: einige von uns haben doch schon wiedereinen
Job bekommen .
Derzeit sind wir über 50
Mitglieder, rd. 1/3 sind in einem Arbeitsverhältnis (sie machen
trotzdem aus sozialen
Motiven mit, es bleibt ihnen ein Anliegen, was mit der G45 geschieht).
Wir haben auch Frühpensionisten in unseren Reihen, die sich selbst
noch nicht zu alt fühlen, um bei sinnvollen Aufgabenstellungen
mitzuarbeiten und auch noch einen Job im möglichen Teilzeitrahmen
bekommen wollen.
Darauf wird es zukünftig
auch ankommen, gesund zu bleiben, einen Wert für die Wirtschaft
dazustellen. Denn sonst wird sich das nicht ausgehen: "mit 60 zu
jung für die Pension
(nach letzter Reform) und mit 45/40 zu alt für den Arbeitsmarkt.
Das muss man sich einmal wirklich in Ruhe überlegen, welche Konsequenzen
sich daraus ergeben, was das bedeutet. Natürlich ist unsere Generation
grundsätzlich bereit, länger zu arbeiten, wenn man sie lässt
bzw. sie auch gesund sind. Bis jetzt haben aber sehr viele Betriebe
sehnsüchtig auf die Möglichkeit gewartet, die Leute in die
Frühpension zu schicken, sie mit der kompromissbereiten Hilfe der
Betriebsräte hinaus zu komplementirren. Auch die Betriebsräte
haben neue Zielsetzungen vor sich.

Reife muss wieder als Wert erkannt
werden, als Humankapital. Da bin ich zuversichtlich, dass das kommen
wird. Es ist eine Frage der Zeit, da werden wir gar nicht mehr auf die
unaufhaltsamen Veränderungen aufgrund der demographischen Entwicklung
warten müssen. Erfahrungswissen muss auch genauer definiert werden.
In einer Studie von
Manfred Krenn (www.akwien.at)
- Arbeit und Alter Literatur und Forschung, wird das sehr
gut dargestellt. Dr. Giger (Schweiz) beschäftigt sich auch sehr
ausführlich mit diesemThema und hat eine sehr interessante Homepage
dazu (www.gigerheimat.ch) erstellt.
Lorbeeren hat sich da auch Fr. Monika Birkner (1. Platz v. Zukunftsinstitut
für Coaching 45plus) verdient (www.monika-birkner.de)
.
Zögernd schaut sich die
Politik die Sache an. Nach meinen Gefühl wissen sie noch nicht,
sollen sie das Problem eher noch verniedlichen, oder sollen sie es schon
zu behandeln versuchen. Vielleicht haben einige es auch verdrängt.
Politik mit Herz ist auch wieder mehr gefragt, es gibt fast nichts Schöneres,
als unsere Parlamentarier bei Statements zu erwischen, welche inhaltlich
auch schon öfters so gesagt wurden. Vertrauen wird auch wieder
ein wichtiger Wert werden für die Zukunft und Nachhaltigkeit. Die
Politik, und nicht nur sie, soll sich einmal überlegen, wie sich
jemand fühlt, der sein ganzes Leben gearbeitet hat ich habe
Leute in der Gruppe, die 30 Jahre bei einer Firma waren und auf
die jetzt ganz einfach vergessen wird. Vielleicht denken sich manche:
" das ist nicht so arg, eine Art Frühpension". Das ist
es nicht, meine Damen und Herren, es ist zumeist ein schwerer Schock,
eine totale Irritation, viele fallen in Depressionen. Ich denke, dass
darf nicht sein, es soll und braucht auch nicht so sein.
Weg von den Schlagzeilen, von
der Oberflächlichkeit. Es scheint so, dass derzeit viele nur trachten,
bei den Medien gut anzukommen. Wir brauchen in der Politik eigentlich
keine Schauspieler. Da ist auch der Bürger (Wähler), gefordert,
sensitiver zu werden.
Die Interessensvertretungen
beginnen schon, bei Informationsveranstaltungen sich des Themas anzunehmen.
Man hat aber manchmal das Gefühl, sie hören mit der Behandlung
desselben gleich wieder mit dem Ende der Veranstaltung auf, vor dem
kleinen Büfett. Etliche verlieren die Lust, vielleicht die Kraft,
sich wirklich damit zu konfrontieren. Derzeit erschöpfen sich die
Tätigkeiten oft in Alibihandlungen, zu komplex erscheint die Thematik.
Sie reden über die Älteren, aber noch nicht mit ihnen (den
Betroffenen).
Die Generation 45plus muss wieder
mehr Mut fassen, sich wirklich an Ihre Potentiale zu erinnern. Gerade
jetzt, unter diesen problematischen Umständen, müssen
sie ihre Werte einsetzen, um sich eben auch, wo möglich selbst
aus diesem Schlamassel zu befreien. Nicht im Schmollwinkel darauf warten,
bis man gerufen wird, bis man über sie spricht. Die
Potenziale einsetzen heisst auch, einen gewissen Stil dabei zu bewahren.
Ihr Know-how einsetzen, win-win Situationen zu suchen, aber auch Grenzen
der Freundlichkeit zu setzen, wo es darauf ankommt, "Flagge"
zu zeigen.
Sie dürfen sich auch von
den vielen Absagen zu den Bewerbungen nicht langfristig irritieren lassen.
Aber sie dürfen auch Emotionen zeigen, dass Ihnen das auch nicht
gleichgültig ist, so oft Absagen zu bekommen. Sie sollen natürlich
diese nicht persönlich nehmen, dürfen zeitweise aber auch
niedergeschlagen sein. Sie sind ja keine Roboter.
Die Personalisten müssten
wieder einen Instinkt entwickeln, ein Gefühl, was hinter einem
Menschen sich verbirgt, der
sich vorstellt und eventuell doch unsicher erscheint, ein "Feeling"
bekommen. Nicht eine burgtheaterreife Leistung erwarten, einen Über-Drüber
Typen, der nur zahllose Bewerbungstrainings hinter sich hat, Bücher
verschlungen und alle Fragen/Antwortenspiele auswendig gelernt hat.
Vielen ist das Gefühl, der Instinkt, die Intuition verloren gegangen,
sie brauchen für jede kleine Entscheidungssituation einen Coach,
der ihnen die Entscheidung/Verantwortung abnehmen soll. Beratung ist
gut, was derzeit aber alles angeboten wird, hilft oft nur mehr den Beratern.
Man soll die wichtigsten Spielregeln für eine Bewerbung kennen
und dann authentisch bleiben. Vielleicht wäre es gut, einmal ein
Anti-Choachingprogramm zu entwickeln. Jeder der Macht hat, soll sorgfältig
damit umgehen, mit Demut (den Mut, zu dienen).
Es ist nicht leicht, diese Krise
als Chance zu sehen, aber diese Chance zu einer Neuorientierung ist
wirklich gegeben. Nie anfangen aufzuhören, nie aufhören anzufangen.
Hürden sind da, um überwunden
zu werden, danach hat man wieder etwas gelernt.
Gemeinsam werden wir diese Probleme
besser angehen können, auf die Worte müssen jetzt
die Taten folgen, nachhaltig, mit langem Atem.
Alle, die sich irgendwie betroffen,
herausgefordert fühlen, sind herzlich aufgerufen, mitzuhelfen.
Im Grunde ist es für alle eine Chance zu beginnen, neue Einstellungen
zu leben und an einem generellen Wertewandel positiv mitzuarbeiten.
Glauben Sie mir, jetzt, gerade
jetzt ist der Zeitpunkt da, um etwas bewegen zu können!
Später werden dann alle
auf den Zug springen wollen. Auch langfristig erfolgreiche Unternehmer
können sich jetzt schon Lorbeeren auf diesem Gebiet holen, bevor
sie von der demographischen
Entwicklung eingeholt werden.

Fundament
Generation 45plus
Wissen was zählt
www.generation45plus.at
e-mail: roman.valent@chello.at
Tel.: 06991 9689864
Mitglied
werden: die Mitgliedschaft/Interessensmeldung ist kostenlos und
unverbindlich. Zur Anmeldung genügt ein Mail oder die Eintragung
von der Homepage (Interessensmeldung ausfüllen und senden). Nach
Anmeldung sind Sie auf der Verteilerliste und bekommen zu den Themen
bzw. behandelten Projektarbeiten laufend Informationen/Tipps etc..Weiters
besteht die Möglichkeit, an Gruppentreffen teilzunehmen, bei Projektarbeiten
mitzumachen und Vorträge/Infoveranstaltungen zu besuchen.