REIFE.CH

Sommer 2003

Editorial: Bunte Reifung

Das Reifen einer Idee

Leidenschaftliches Reifen

Anti-Aging: Forever Young ?!

Reife und das liebe Geld

Reifen: Leben und Sterben

Reifes Lernen und Lehren

Zufriedenheit in reiferen Jahren

Reifes Kurzfutter

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Reifende Einsichten

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Impressum

 

Reifes Kurzfutter (Sommer 2003)


Ich persönlich möchte meine reifen Jahre nutzen, um etwas für die Erfüllung mieiner Wünsche zu tun. Mit klarem Kopf und gelassener Heiterkeit - dem kostbaren Ertrag eines Menschenlebens.

Louis Pauwels: Manifest eines Optimisten, 1972


Schlimm genug, dass es keine Greise mehr gibt, noch schlimmer aber ist der Senioren-Terror: Dieses Wort riecht nach Sanatorium, Psychopharmake und Gläschen-Kost, also ganz und gar widerlich. Dann doch lieber ein Alter sein und auch so genannt werden, wenn es geht, ein halbwegs gesunder, knorriger und würdevoller, der sich seines Restlebens freut und zu jeder Falte steht, die ihm das bisherige einziseliert hat. Auch das Wort von der "Generation 50+" ist bei uns als verbaler Verdeckungsmord scharf geächtet, denn es sackt die ganze Lebenswirklichkeit der noch Älteren in seinem dummen, kleinen Plus ein.

Nico Schwenzer in Südwest-Presse, Ulm, 3. Juni 2003


Die Anbieter dürften nicht den Fehler machen, reifere Menschen über ihr Alter anzusprechen, betont Zukunftsphilosoph Andreas Giger: "Reife Menschen wollen kein Senioren-Marketing, sie wollen reife Leistungen."

Ärzte Zeitung, 31. Januar 2003



Buchs. Neu für den Kanton St.Gallen ist das Projekt "Senioren als Klassenhifen". Ein erstes Fazit nach einigen Wochen: begeisterte Helfer, Kinder und Lehrkräfte.

St.Galler Tagbatt, 12. Mai 2003


Von einem "Megatrend Reife" spricht der Schweizer Zukunfts-Philosoph Andreas Giger: Weder die Politik noch das Bildungswesen oder die Gesellschaft werden es sich künftig leisten können, das Erfahrungwissen reifer Menschen links liegen zu lassen.

Ärzte Zeitung, 31. Januar 2003


 

Kritisch äussert sich zum Projekt "Senioren als Klassenhilfen" Thomas Rüegg, Präsident des Verbandes St.Galler Volksschulträger: "Was ist denn das Ziel dieses Projekts ?", fragt er.

St.Galler Tagbatt, 12. Mai 2003


 

Alte fahren sicher - Gemäss einer Studie der Universität Bonn sind ältere Autofahrerinnen und Autofahrer keine Gefahr im Strassenverkehr. Mehr als 90 Prozent aller 55-Jährigen pflegen einen vorsichtigen Fahrstil und verursachen so weniger Unfälle.


 

Lernen bereitet vielen Menschen Angst. Deshalb mögen sie nicht lernen. Sind Kinder noch meistens neugierig, so reagieren Heranwachsende oft nur noch gelangweilt und überspielen damit nicht selten ihre Angst. Erwachsene und vor allem ältere Menschen haben eine regelrechte Scheu vor Neuem. Wer lernt, ändert sich. Überspitzt formuliert könnte man sagen: "Wer lernt, riskiert seine Identität (d.h. die Erfahrungen und Werte, die seine Person ausmachen)." Und das kann Angst bewirken.

Manfred Spitzer: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg/Berlin, 2002


 

Ältere Menschen lernen langsamer als jüngere. Sie brauchen auch nicht so schnell zu lernen, denn sie haben ja schon viel gelernt.

Manfred Spitzer: Lernen (s.o.)


Der "bundesweit ersten Lifestylemesse für die aktiven und lebenserfahrenen Menschen ab 50", wie sie der Oberbürgermeister von Köln nannte, war kein rauschender Erfolg beschieden...


 

Die freiwillige Distanznahme beobachte ich vermehrt bei langjährigen, "reifen" Beziehungen. ... Junge Paare sind auf Distanz, bis sie reif sind, zusammenzuziehen. ... Als eigenständiger Mensch kann ich wirklich für dich da sein. Das hat nichts mit Beziehungslosigkeit zu tun, sondern mit Reife.

Der Paartherapeut Dr. Dieter Wartenweiler in einem Interview des Tages-Anzeiger über Beziehungen auf Distanz


 

Auch der interessanteste Beruf ist nicht ein Leben lang herausfordernd und stimulierend. Alt werden Menschen nicht mit sechzig, sondern mit vierzig, nämlich dann, wenn ihr Leben keine Herausforderungen mehr stellt.

Fredmund Malik, Professor und Autor


 

"Das Alter", sagt der Zukunfsforscher Andreas Giger, "hat eine schlechte Presse".

"Noch immer spukt in unseren Köpfen das Bild vom Alter als jener Lebensphase, die von brutalem Abbau geprägt ist, von einem Defizit an körperlichen, geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Möglichkeiten", sagt Zukunftsforscher Andreas Giger.

Vorboten einer neuen Entwicklung nennt Andreas Giger die Ergebnisse seiner Umfragen: Darin lassen die Interviewten aller Altersgruppen erkennen, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Länger zu arbeiten, bedeutet demnach nicht, weiter einen vollen Job auszuüben. Favorisiert werden Teilzeit-Moelle für Ältere, die ihr Leben abwechslungsreich gestalten wollen. Flexible Lösungen in einer geistig beweglichen Gesellschaft, die nicht nur das Rentenproblem lösen, sondern alle von den Fähigkeiten der Erfahrenen profitieren lassen. Häufig genannt wird der Blick für das Wesentliche, die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, Menschenkenntnis, Gelassenheit und Überzeugungskraft.

Nach und nach könnte sich die Gesellschaft damit auch von ihrem Jugendwahn verabschieden und sich einem neuen Wert zuwenden: dem der Reife. Diese innere Ruhe, so Zukunftsforscher Giger, verkörpert doch, wonach wir uns alle sehnen - nach der Kunst, ein zufriedenes Leben zu führen.

Südwest-Presse, Ulm, 3. Juni 2003, im Start-Artikel zu einer Serie über die älter werdende Gesellschaft