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Sommer 2003

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Freundschaft mit dem Leben

Aus: Die vier Pfade der Schöpfungs-Spiritualität. Von Matthew Fox*

(Zitate zum Beitrag Leidenschaftlich Reifen ? Betrachtungen über Eros und Altern von Edmond Tondeur)

*Verlag Fischer (Spirit) 1998


 

Das ganze Konzept des Mitgefühls beruht auf einem scharfen Bewusstsein der wechselseitigen Abhängigkeit aller Lebewesen, die alle Teil von einander und miteinander verwoben sind. (Thomas Merton)


 

Alle lebenden Wesen haben die Neigung, sich anzuschliessen, Verbindungen aufzubauen, ineinander zu leben ... so ist der Lauf der Welt. (Lewis Thomas)


 

Die Kräuter bieten einander den Duft ihrer Blüten. Ein Stein strahlt seinen Glanz auf die anderen, und jede Kreatur hat einen Urtrieb nach liebender Umarmung. (Hildegard von Bingen)


 

Der Schlüssel zum Verständnis des Mitgefühls liegt darin, sich die wechselseitige Abhängigkeit allen Seins bewusst zu machen. Schöpfungsbezogene Mystikerinnen und Muystiker halten das Mitgefühl für den Ausdruck der spirituellen Reise, sie sehen die Gegenseitigkeit allen Daseins als Grundlage aller Beziehungen.


 

Die Erotik wieder zu gewinnen bedeutet, diese tiefen Gefühle wieder zu gewinnen. Unsere Wirtschaftsformen trennen uns von diesen Gefühlen, weil sie das Gute anhand des Profits statt anhand menschlicher Bedürfnisse definieren. Menschliche Bedürfnisse haben mit Gefühlen zu tun, mit Selbstwertgefühlen, mit der kosmischen Verbundenheit, mit Leere und Schmerz, mit der Kraft, zu gebären und Werkzeug des Wandels zu sein.


 

Mit der Erotik entdecken wir auch das Spiel und das Kindliche in uns, in der Schöpfung und im Schöpfer. Vielleicht ist die Zeit gekommen, da wir mehr mit Gott spielen als zu Gott beten sollten, so dass aus unserem Spiel wahres Gebet aufsteigen wird.


 

Mitgefühl hat mit Feiern ebenso zu tun wie mit dem Schaffen von Gerechtigkeit. Der prophetische Beitrag, den der Feminismus dem Marxismus wie dem Kapitalismus bringt, besteht in der Entdeckung des Eros. Ihnen mangelt es an Nähe, an Gefühl, an Sorge und Vertrautheit mit den menschlichen Grundbedürfnissen, wie auch mit Erde, Wasser, Luft, Pflanzen, Tieren — und dem eigenen Körper. Wir brauchen eine erotische Gerechtigkeit, die die Menschen bewegt. Erotische Gerechtigkeit bedeutet, dass wir Kontakt mit unseren Gefühlen über das Unrecht bekommen. Unrecht hat damit zu tun, dass den Menschen Eros und Lebensfreude entzogen wird.

 


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Zu den Zitaten aus Das sterbende Tier von Philip Roth