Forschungsthema
Alter
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»Mir
schwebt eine eigene Rubrik "Gerontologie-Wissen" (oder
ein anderer Titel ? ) vor, mit "hard facts", das heisst
wichtigen, aktuellen Infos über Grundlagen, Dokumentationen
und Institutionen der Gerontologie in der Schweiz, die man anderswo
(z.B.bei seniorweb.ch) nicht findet. Die Betreuung dieser Rubrik
würde ich gerne übnernehmen.« (Fridolin Herzog)
Voilà:
Hier ist der Start mit neuem Titel. Fortsetzung erfolgt ab Frühlingsausgabe
2004. Kontakte und Beiträge bitte an Fridolin
Herzog
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Entwicklung
und Stand der Gerontologie in der Schweiz
Bestandesaufnahme
von François Höpflinger (www.mypage.bluewin.ch/hoepf)
Fachwissen
Alter
Die Pro Senectute
Schweiz publiziert laufend das aktuelle gerontologische Fachwissen.
Sie finden
in "Bibliothek und Dokumentation" von Pro Senectute eine reichhaltige
Auswahl an Büchern, Broschüren, Zeitschriften und Dokumentationen
zu den Themen Alter, Altern und Generationenbeziehungen. Es handelt
sich um die grösste Fachbibliothek ihrer Art in der Schweiz. Eine
ihrer Spezialitäten ist das reichhaltige Angebot an Lizentiatas-
und Diplomarbeiten sowie an Altersleitbildnern. Die Dokumentationsstelle
recherchiert auch im Internet und in Datenbanken. Der Bibliothekskatalog,
welcher laufend nachgeführt wird, steht jedermann zur Verfügung.
Bezugsadresse:
Pro Senectute Schweiz, Fachwissen Alter, Lavaterstrasse 60, Postfach,
8027 Zürich, Tel. 01 283 89 89, Internet: www.pro-senectute.ch
Lehrgänge
für Gerontologie in der Schweiz
Folgende
Lehrgänge für das Fach Gerontologie sind uns bekannt:
- Schule
für Angewandte Gerontologie SAG (Höhere Fachschule)
Berufsbegleitende Lehrgänge in Zürich und in Bern (www.sag.pro-senectute.ch)
- Nachdiplomstudium
Gerontologie an der Hochschule für Sozialarbeit Bern
Altern: Lebensgestaltung 50+ (Executive Master of Gerontology)(www.hsa.bfh.ch/altern/)
- Nationales
Institut Alter und Generationen INAG in Sion
Interdisziplinärer universitärer Studiengang (www.socialinfo.ch/inag)
- Centre
interfacultaire de gérontologie (CIG) an der Universität
Genf
Cycle de formation continue universitaire (www.unige.ch/cig)
- Universität
Zürich: Kompetenzzentrum für Gerontologie ZfG
Interdisziplinäre Vernetzung von Forschung und Lehre auf
allen Gebieten der Alterswissenschaften. (Vorlesungen zu speziellen
Themen: www.zfg.unizh.ch)
- TERTIANUM Bildungsinstitut ZfP (in Berlingen TG)
Modulare Weiterbildung für praktische Gerontologie (www.zfp.tertianum.ch)
- Alfred
Adler Institut Zürich: Seminar für Altersarbeit
Weiterbildung zur gerontologischen Fachfrau, zum gerontologischen
Fachmann SGIPA (www.alfredadler.ch)
Das hohe
Alter - mehr Bürde als Würde ?
»In
Deutschland besteht - trotz einiger exzellenter Forschungsgruppen -
auf gerontologischem Feld ein massiver Nachholbedarf. Hier gilt es zu
handeln. Denn der Beitrag der Wissenschaft zum Gesamtwohl des Landes
wird künftig auch an dem gemessen werden, was sie für das
Wohlergehen im Alter geleistet hat: Man wird fragen, ob sie die Erkenntnisse
erarbeitet und bereit gestellt hat, die es erlauben, das Dritte Alter
zu optimieren und die "risques malheureux" des Vierten Alters
zu mindern. Welche Forschungswege dabei den grössten Erfolg versprechen,
darüber wird international heiss diskutiert.
Auch die
Wirtschaft, darf man vermuten, wird einen Aufbruch in die Alternsforschung
begrüssen. Dafür sprechen zwei ökonomische Gründe.
Zum einen hat das Alter, gesellschaftlich gesehen, das Potenzial zu
einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor, namentlich in einer Dienstleistungs-
und Wissensgesellschaft. Man muss dafür nur das halb volle statt
des halb leeren Glases sehen - und das Alter nicht nur als Belastung,
sondern als Antrieb für Entwicklung und Fortschritt: Der gerontologische
Sektor der Dienstleistungen erscheint dann als Motor einer künftigen
Gesellschaft.
Zum anderen
sollte man das Humankapital des jungen Alters würdigen, das gegenwärtig
weitgehend brach liegt. Dieses Kapital konnte in der zahlenmässig
immer weiter schrumpfenden Generation der Jüngeren eine Hochkonjunktur
auch im ökonomischen Bereich erleben. Dafür genügt es
allerdings nicht, die Lebensarbeitszeit zu erhöhen, etwa auf 67
Jahre. Das ist zwar ökonomisch richtig - doch wird diese Option
nur dann angenommen, wenn gleichzeitig eine ´Kultur der Arbeit
im Alterª entwickelt wird. Über rein ökonomisch kalkulierte
Massnahmen und Reparaturen am bestehenden System ist eine solche Kultur
nicht zu etablieren: Hierzu bedarf es einer grundlegenden, das heisst
einer interdisziplinär fundierten und informierten Reform, zu der
die Gerontologie wesentliche Beitrage liefern könnte. «
Paul
B. Baltes, Max-Planck-Forschung, 2/2003.
Wohlbefinden
im mittleren und höheren Lebensalter
»Das
Interesse der Forschung an der Jugend ist gross. Erforscht wird mit
der steigenden Lebenserwartung auch die zweite Lebenshälfte. Was
sind aber die Charakteristika der Nachkriegsgeneration, die heute im
mittleren Lebensalter steht und als zahlenmässig starke Altersgruppe
zunehmend Gewicht erhält? Die SPP-Forschungsgruppe unter der Leitung
von Prof. Pasqualina Perrig-Chiello befasst sich mit der in der Schweiz
noch wenig erforschten Sandwichgeneration.
Das mittlere
Lebensalter - die Forschung setzt dieses Alter zwischen 40 und 65 Jahren
an - war bis Mitte des 20.Jahrhunderts ein wenig differenzierter Lebensabschnitt.
Mit der höheren Lebenserwartung hat sich dieses Alter inzwischen
zu einer eigenständigen Lebensphase entwickelt, die neue Ausdrucksformen
und Handlungsmöglichkeiten bietet, aber auch neue Anforderungen
und Probleme mit sich bringt.
´Personen
im mittleren Lebensalter sind meist noch für ihre heranwachsenden
Kinder verantwortlich, werden aber bereits mit dem Älterwerden
und den damit verbundenen Behinderungen ihrer Eltern konfrontiert und
geraten nicht selten in eine Sandwichpositionª, erläutert
Pasqualina Perrig-Chiello, Psychologieprofessorin an der Universität
Bern, die Situation der heutigen 40- bis 65-Jährigen.
Diskrepanz
zwischen Ist- und Wunschzustand
Der erste
Teil des Projekts "Lebensperspektiven, Ressourcen und Wohlbefinden
im mittleren und höheren Lebensalter" ist eine Weiterführung
der 1998 durchgeführten Befragung von Personen im mittleren Lebensalter.
Die Längsschnittstudie soll Aufschluss darüber geben, wie
Männer und Frauen ihre Situation wahrnehmen und gestalten: Wie
geht es ihnen gesundheitlich, psychisch und sozial?Wie erleben sie den
Auszug der Kinder, die Wechseljahre, das Altern und den Tod der Eltern,
das eigene Älterwerden? In welchen Rollen befinden sie sich? Wie
sehen ihre Lebensperspektiven und ihre Beziehungen zu den Kindern und
Eltern aus? Wie beschreiben sie ihr psychisches Wohlbefinden?
"Auffallend
ist die Diskrepanz zwischen Ist- und Wunschzustand", sagt Pasqualina
Perrig-Chiello. ´Die befragten Personen im mittleren Lebensalter
würden gerne weniger arbeiten und sich weniger um Kinder und Eltern
kümmern, dafür mehr Zeit für die Partnerschaft oder für
sich selbst beanspruchen. Diese Situation verbessert sich mit zunehmendem
Alter nicht, im Gegenteil: Autonomiestreben sowie familiäre und
berufliche Verpflichtungen klaffen je länger je mehr auseinander.
Am grössten ist die Diskrepanz bei alleinerziehenden Frauen und
alleinstehenden Männern und Frauen.
Paradox des
Wohlbefindens
In der Querschnittstudie,
dem zweiten Projektteil, stehen das psychische Wohlbefinden, die Zufriedenheit
mit der Wohnsituation, die subjektive Gesundheits- und Gedächtniseinschätzung,
sportliche Aktivitäten und soziale Netzwerke von Personen im mittleren
und höheren Lebensalter im Zentrum. Dafür wurden Daten, die
in der ersten Phase des SPP Zukunft Schweiz erhoben wurden, mit Datensätzen
der im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 32 durchgeführten
interdisziplinären Altersstudie verglichen.
"lnteressant
ist, dass das Wohlbefinden weniger vom Alter abhängig ist als von
den psychischen Ressourcen und vom jeweiligen Lebenskontext", sagt
Pasqualina Perrig-Chiello. Zwar erfahrt das psychische Wohlbefinden
sowie die Einschätzung der eigenen Lebenslage beim Übergang
ins mittlere Lebensalter einen Einbruch. Beim Übergang ins höhere
Lebensalter zeigen sich hingegen keine Einbrüche der psychischen
Befindlichkeit, obwohl die Körperbeschwerden zunehmen. Die Forscherin
spricht vom Paradox des Wohlbefindens: "Wir beobachten, dass sich
das Wohlbefinden der befragten Personen mit zunehmendem Alter auf einem
höheren Niveau stabilisiert, obwohl die objektive gesundheitliche
und soziale Lage schlechter wird. Ältere Personen sind besser in
der Lage, körperliche Beschwerden mit einer optimistischen Lebenseinstellung
auszugleichen. Diese adaptiven Mechanismen gehören zur Überlebensstrategie
von uns Menschen." Frauen - insbesondere die Gruppe der alleinerziehenden
und alleinstehenden - weisen tiefere Befindlichkeitswerte auf als Männer.
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Aus:
Newsletter "Schwerpunktprogramm Zukunft Schweiz" des Schweizerischen
Nationalfonds