Reife
LebensQualität

Wir
werden immer älter und wissen damit nichts anzufangen.
Während wir uns langsam von den alten, negativ gefärbten
Altersbildern verabschieden, ist noch unklar, worauf wir uns beim
älter Werden eigentlich freuen können. Dieses Buch enthält
eine ebenso überzeugende wie attraktive Antwort: Reife LebensQualität.
Das größte Potenzial, das im älter Werden steckt,
besteht nämlich in der Möglichkeit der Reifung. Reifung
verspricht eine bessere LebensQualität im eigenen Leben
ebenso wie im Miteinander.
Reife
LebensQualität hat das Potenzial, zum persönlichen wie
zum gesellschaftlichen Leit-Wert zu werden, weil er Orientierung,
Identität und Sinn stiftet: Falten werden tatsächlich
sexy.
Um
die Potenziale, die im Prozess der Reifung stecken, voll auszuschöpfen,
müssen wir sie besser verstehen. Das Buch des Zukunfts-Philosophen,
Autors und Photographen Andreas Giger bietet in Wort und Bild Anregungen
und Impulse für alle, die reifend unterwegs sind.
| Umfang |
116
Seiten |
| Bild-Seiten |
29 Farb-Bilder
von Andreas Giger |
| Format |
135
x 215 mm / Paperback |
| Preis |
€
15.00 / CHF 25.- |
| Verlag |
Books
on Demand, Norderstedt |
| ISBN |
9783833491597 |
| Bestellung |
via
Buchhandel oder direkt bei mir per Mail |
| Status |
lieferbar
|
| Lese-
und Schau-Proben |
siehe
nächste Absätze |
| |
|
INHALT
EINKLANG: Werden Falten tatsächlich sexy?
GUCKEN, WAS LÄUFT
Wie wir zu LebensGestaltern wurden
Werte werden was wert
Vom Chaos zur Ekstase
Von Geld zu Geist
Leitwert LebensQualität
REIFENDE LEBENSQUALITÄT
Offene Horizonte
Ein starkes Duo
Reifendes Immunsystem
Souveränität: ein echter Wert
Keine Aufregung, bitte
Zufriedenheit ist machbar, Frau Nachbar
EigenSinn macht Sinn
Graue Trendsetter
VISION DER PERSÖNLICHEN REIFE
LebensKunst als Kunsthandwerk
Weisheit als lockendes Fernziel
Wem die Stunde schlägt
Unterwegs
VISION DER GESELLSCHAFTLICHEN REIFE
Wir reifen Evolutions-Agenten
Weites reifes Land
Freilandversuch
AUSKLANG: Eile mit (Lange)Weile
EINKLANG: Werden Falten sexy?

Bilder wecken Worte. Deshalb
werde ich jedes Kapitel mit einer Reihe von Worten beginnen, die
ein selbst photographiertes Bild in mir geweckt hat. Die Wahl dieser
Worte erfolgt übrigens so intuitiv wie jene der Bilder. Intuition
ist eine hervorragende Methode der unbewussten Informationsverarbeitung
und leistet deshalb gerade in Neuland gute Orientierungsdienste.
Was der Mann mit Hilfe seines
Fernglases beobachtet, ist nicht ersichtlich, und vorderhand auch
gar nicht wichtig. Entscheidend ist seine Rolle als Beobachter.
Manches lässt sich erst aus einer gewissen Distanz wirklich
verstehen.
Der Beobachter ist, wie seine weiße
Haarfarbe deutlich macht, in reiferen Jahren. Es könnte also
sein, dass er, mit der nötigen Distanz zu sich selbst, sein
eigenen älter Werden studiert. Der immergrüne Efeu, der
zwischen den Händen rankt, könnte als Symbol dafür
betrachtet werden, dass im älter Werden, dem persönlichen
ebenso wie dem gesellschaftlichen, tatsächlich bisher kaum
geahnte Potenziale stecken. Reife LebensQualität zum Beispiel
...
Um Ihnen gleich zu Beginn die
frohe Botschaft nicht vorzuenthalten, werfe ich sogar meinen Vorsatz
über Bord, in diesem Buch keine Zahlen zu verwenden, und präsentiere
Ihnen (siehe Grafik) einen klaren Beleg dafür, dass Reife
LebensQualität nicht nur möglich, sondern sogar
wahrscheinlich ist.

*Frage: Jetzt geht
es um die Entwicklung Ihrer LebensQualität während unterschiedlicher
Lebensphasen. Auf einer Skala von 1 (tiefster Wert) bis 10 (höchster
Wert) stufen Sie bitte jeweils ein, wie hoch diese im jeweiligen
Alter war, ist, bzw. sein wird.
Quelle: SensoNet 2007
(www.sensonet.org)
Was die Säulen der Grafik
nämlich auch ohne Zahlen zeigen, ist dieses: Die höchste
LebensQualität im Lebenslauf ist zwischen 50 und 64 zu finden,
die zweithöchste zwischen 65 und 79! Wenn das kein Grund ist,
sich auf das älter Werden zu freuen, wüsste ich nicht,
wie ich diese Freude besser wecken könnte. Was schade wäre,
denn genau das ist mein Anliegen.
Noch freuen sich keineswegs
alle auf das älter Werden, denn noch hat das Alter ein schlechtes
Image. Deswegen sind Begriffe wie "alte Menschen" verpönt,
und wer "Senioren" als solche anspricht, hat schon verloren,
weil niemand gerne an sein Alter erinnert werden will.
Deshalb haben findige Marketing-Strategen
Begriffe erfunden, welche die Tatsache des höheren Alters beschönigen
sollen, "Golden Age" etwa oder "Best Agers".
Da solche Wort-Klauber und Trend-Erfinder in der Regel weit unter
50 Jahre alt sind, glaube ich nicht, dass sie das mit dem "Best
Age" wirklich ernst gemeint haben. Aber nun stellt sich heraus,
dass es stimmt, dass in Sachen LebensQualität die Jahre zwischen
fünfzig und achtzig tatsächlich die besten sind.
Damit Sie mir ob der frohen
Botschaft nicht allzu euphorisch werden, muss ich zu den Daten der
Umfrage, aus der dieses Ergebnis stammt, zwei kleine Einschränkungen
anbringen. Zunächst stammen die Antworten nicht aus einer repräsentativen
Umfrage. Vielmehr vertreten die Antwortenden eine kleine, aber feine
Minderheit, nämlich die "Bewusstseins-Elite" des
deutschsprachigen Raums. Allerdings zeichnet sich diese gesellschaftliche
Vorhut dadurch aus, dass sie "sich bewusst frühzeitig
mit Themen auseinandersetzt, die noch nicht auf der allgemeinen
Tagesordnung stehen, aber in der evolutionären Logik liegen".
Deshalb besteht "ihre Stärke in der sensiblen Wahrnehmung
dessen, was unser künftiges Bewusstsein prägt".
Wenn wir dann noch hören,
dass zu den Kernthemen dieser "Bewusstseins-Elite" bewusste
LebensGestaltung, Lebens-Qualität, LebensSinn sowie
Werte gehören, sollten wir aufmerken und davon ausgehen,
dass uns diese Minderheit im Sinne eines "Frühwarnsystems"
tatsächlich etwas zu sagen hat.
Als zweite Einschränkung
ist zu erwähnen, dass die Einschätzung der eigenen LebensQualität
in den einzelnen Lebensphasen nur zum Teil auf Erfahrungen beruht.
Weil doch annähernd die Hälfte der Antwortenden unter
50 Jahre alt ist, beruht ein Teil der Zahlen auf Vorschau und damit
auf Vermutungen. Allerdings werden diese natürlich durch die
Beobachtung des persönlichen und des allgemeinen Umfelds gestützt.
Zudem haben solche Prognosen bekanntlich die Macht, sich selbst
zu erfüllen. Anders gesagt: Die Chancen stehen gut, dass sich
die Realität dem Erwartungshorizont annähern wird. Was
im Klartext bedeutet, dass Reife LebensQualität mehr ist als
ein frommer Wunsch.
Gilt dies auch für die
noch kühnere Behauptung Falten werden sexy? Dasselbe
Orakel, das schon die Verbesserung der eigenen LebensQualität
zischen 50 und 80 bestätigt und prophezeit, sagt dazu ganz
klar Ja. In derselben Umfrage unterstützen nämlich stolze
86 Prozent diese Prognose: "Im 21. Jahrhundert merken wir endlich,
dass wir uns in einen Jugendlichkeitswahn verrannt haben. Eine reife
Gesellschaft braucht reife Leitbilder, denn Weisheit ist eine Frucht
des Alters. Falten werden deshalb sexy."
Die Gegenthese lautete übrigens
so: "Im 21. Jahrhundert wird der Jugendkult noch zunehmen.
In einer alten Gesellschaft ist das Gut Jugend knapp und entsprechend
hoch geschätzt. Nur wer jung und schön ist, hat deshalb
Chancen, zum Leitbild zu werden." Und noch eine interessante
Information: Sieben Jahre vorher glaubten nur 63 Prozent, dass Falten
sexy werden.
Wenn Sie trotz dieser eindrücklichen
Zahlen immer noch daran zweifeln, dass Falten wirklich sexy werden,
dann haben Sie dazu guten Grund, denn die Fakten sprechen, zumindest
vordergründig, gegen diese Prognose.
Die (eigenen) Falten werden
heut zu Tage keineswegs mit Hochachtung behandelt. Im Gegenteil,
sie werden erbittert bekämpft, mit allen Mitteln. Schönheitschirurgen
können sich vor Aufträgen, Falten zum Verschwinden zu
bringen, oder sie jedenfalls besser zu kaschieren, kaum retten.
Und wenn in der Sonntagszeitung ein Filmstar eine neue Anti-Aging-Creme
erwähnt, sind am Montag die entsprechenden Regale in den Läden
so leer geräumt wie zu den schlimmsten Ostblockzeiten. Kurzum:
Anti-Aging boomt und brummt.
Nun weiß man allerdings,
dass dieses teilweise doch recht seltsame Gebaren keineswegs alle
älter werdenden Menschen einschließt. Es gibt nämlich
durchaus unterschiedliche Positionen und Haltungen zum eigenen älter
Werden. Am einen Ende des Spektrums sind jene zu finden, die diesen
Prozess voll und ganz bejahen, am anderen jene, die ihn ablehnen
und aufs Heftigste bekämpfen. Logischerweise konsumieren die
einen mehr Anti-Aging-Mittel als die anderen. Und dazwischen sind
die vielen, die sich mit ihrem eigenen älter Werden arrangieren
und nichtsdestotrotz ein bisschen besser, sprich jünger aussehen
möchten, solange das mit vertretbarem Aufwand zu erreichen
ist.
Entscheidend sind also nicht
die Stirnfalten selbst, sondern das, was sich dahinter verbirgt.
Dort entscheidet sich, wie wir mit unserem älter Werden umgehen,
und was wir daraus machen. Und diese Entscheidung wiederum
Sie haben es sicher schon vermutet kann niemand anderes fällen
als Sie selbst.
Es ist jetzt gerade mal ein
halbes Jahrhundert her, dass in der Schweiz die staatliche Altersrente
eingeführt wurde. Erreichte man damals das Rentenalter, hatte
man noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von zwei, drei Jahren.
Sich vorher groß Gedanken über die Gestaltung dieses
Lebensabschnitts zu machen, wäre also überflüssiger
Luxus gewesen. Zumal es ohnehin keine großen Auswahlmöglich-keiten
gab. Nach einem anstrengenden Arbeitsleben waren die meisten so
ausgepumpt, dass sie nichts anderes wollten als ihren Ruhestand,
der eigentlich mehr ein Ruhesitz war: Auf dem Bänklein vor
dem Häuslein sitzen und Däumchen drehen.
Heute dagegen umfasst der Lebensabschnitt
nach der Pensionierung leicht noch fünfzehn oder zwanzig Jahre,
und kaum jemand will ihn als Ruheständler im Wortsinne absitzen.
Der Umgang mit dem eigenen älter Werden und Alter wird so immer
mehr zu einer Kernkompetenz von geglückter LebensGestaltung.
Um dabei eine echte Wahl treffen
zu können, brauchen wir Alternativen zu den gängigen Altersbildern.
Diese halten sich ebenso hartnäckig, wie sie simpel gestrickt
sind: Alter ist Abbau und Defizit, ist Verlust und Verzicht, ist
Müh und Plag. Basta. Aufhellungen, lichte Flecken gar, sind
in diesem Bild nicht zu finden, es dominiert ein tristes Grau.
Dass dieses Bild gänzlich
frei sei von Wahrheitsgehalt, wird kein vernünftiger Mensch
behaupten. Älter Werden und Alter sind kein reines Honiglecken.
Nur: Wer will denn wirklich die ganze Zeit Honig lecken?
Doch wer will umgekehrt unaufhaltsam
auf einen Zustand hin schreiten, dessen Bild nur Angst und Schrecken
verbreitet? Je klarer uns wird, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit
älter und alt werden, desto stärker stellt sich die Frage,
ob es denn gar nichts gäbe, worauf wir uns dabei freuen könnten.
Seit einigen Jahren gibt es
eine ganze Erfahrungs- und Bekenner-Literatur, die eindeutig zum
Schluss kommt: Ja, es gibt Grund zur Freude. Das Alter kann eine
ebenso spannende wie bereichernde Lebensphase sein. Und immer mehr
Menschen leben dies einfach vor.
Mit meinem Alter von gerade
mal Mitte Fünfzig kann ich mich noch nicht dazu zählen.
Nichtsdestotrotz interessiert mich die Frage nach den Potenzialen,
die im älter Werden stecken, und zwar gleich doppelt. Zum einen
als Gestalter meines eigenen Lebens auf der Suche nach Perspektiven
für den Rest desselbigen, und zum anderen als Beobachter der
Zeitläufe, für den die älter werdende Gesellschaft
eines der ergiebigsten Studienfelder bildet.
Dass es diese Potenziale gibt,
hatte ich schon lange vermutet, und deshalb mit einigen Freunden
vor etlichen Jahren im Internet eine Homepage zu deren Erforschung
gestartet: REIFE.CH Die
Plattform für eine neue Sicht des älter Werdens. Die Namenswahl
erfolgte sehr bewusst. Der schöne alte Begriff der Reife enthält
eine klare Botschaft: Das größte Potenzial, das im älter
Werden steckt, ist die Möglichkeit der Reifung. Und dieses
Potenzial ist allen zugänglich, dem einzelnen Menschen ebenso
wie einer ganzen Gesellschaft. Als Lohn von Reifung winkt nicht
weniger als eine bessere LebensQualität im eigenen Leben
ebenso wie im Miteinander.
Wenn Sie die Potenziale, die
im Prozess der Reifung stecken, voll ausschöpfen wollen, hilft
es, sie besser zu verstehen. Einen Beitrag dazu zu leisten, ist
das erklärte Ziel dieses Buchs.
Dazu müssen wir zunächst
einen Schritt zurück treten und gucken, was läuft.
Schließlich leben wir in unseren westlichen Breitengraden
in Zeiten tief greifender Veränderungen, die oft nicht leicht
zu durchschauen sind, obwohl sie uns alle direkt als Individuen
betreffen etwa die gesellschaftlichen Megatrends Individualisierung,
Werte-Wandel und älter werdende Gesellschaft. Zur Selbstklärung
ist es deshalb zunächst nützlich, Fragen zu stellen wie:
Wieso sind wir eigentlich alle zu LebensGestaltern geworden? Was
hat es mit dem Werte-Wandel auf sich? Gibt es in der allgemeinen
Orientierungslosigkeit neue Muster zu entdecken? Was könnte
zum Leitwert der Zukunft werden?
Die Antwort auf diese letzte
Frage finden Sie im ersten Teil: LebensQualität. Im
zweiten Teil geht es um den Nachweis, dass eine reife LebensQualität
eine bessere LebensQualität sein kann, ja muss. Sie
werden danach besser verstehen, warum die Aussage Die Trendsetter
der Zukunft haben graue Haare weit weniger absurd ist, als sie
zunächst klingt.
Warum es sich lohnt, diese
reife LebensQualität anzustreben, wird im dritten Teil klar,
in dem eine Vision der persönlichen Reife entwickelt
wird. Dabei wird auch deutlich werden, dass absolute Reife ein unerreichbares
Fernziel ist, zu dem hin wir aber ein Leben lang unterwegs
sein können.
Eine zunehmende Zahl reifender
und reifer Menschen übernimmt die Rolle, Agent dieser kulturellen
Evolution zu sein, und so wird auch die Gesellschaft als Ganzes
reifer. Was das bedeuten könnte, wird in der Vision der
gesellschaftlichen Reife gezeigt. Fazit: Wir erleben gerade
einen hochgradig spannenden Freilandversuch der kulturellen Evolution,
in dem das erste Mal in der Geschichte der Menschheit die Möglichkeiten
einer reifen Gesellschaft erprobt werden können.
Im Schlusskapitel schließlich
wird die einzige konkrete Empfehlung des Buchs geliefert: Eile
mit Weile! Reifungsprozes-se brauchen ihre eigene Zeit. Überhastetes
Vorgehen wirft zurück. Gerade, wenn wir auf unserem Weg der
Reifung vorankommen wollen, sollten wir uns die nötige Zeit
nehmen und gönnen, auch wenn uns das Entwicklungstempo langsamer
vorkommt als uns lieb ist. Wie meine Großmutter von einem
klugen Herrn aus der Frühzeit des Automobils zu berichten wusste,
pflegte dieser seinen Fahrer zu mahnen: Fahr langsam, Johann,
wir haben es eilig!
Sollten bei Ihrem eigenen,
manchmal nur langsam verlaufenden, Reifungsprozess Momente oder
Phasen von Langeweile aufkommen gönnen Sie sich diese
einfach! Lange-weile heißt ja ursprünglich nichts anderes,
als eine lange Weile Zeit für sich zu haben, Zeit, um in sich
hinein zu hören, zu erfahren, was die inneren Stimmen zum Prozess
der eigenen Reifung zu sagen haben.
Wenn es diesem Buch gelingt,
bei Ihnen ein paar dieser inneren Stimmen zum Klingen zu bringen,
hat es seinen Zweck erfüllt. Für dessen Lektüre wünsche
ich Ihnen natürlich keine Langeweile, sondern anregende und
hoffentlich auch vergnügliche Impulse.
Wald AR (Schweiz), im Sommer
2007, Ihr
